Mit Barbie in der Badi

Ein Blogpost von Nadia Meier

Schwimmbad

Zugegeben: Ich bin kein grosser Fan von Barbie. Dennoch wohnen zwei der grossbusigen Plastikblondinen in unserem Spielzimmer. Erstens dank der Gotte meiner Tochter. Und zweitens dank einer mitfühlenden Freundin aus dem Kindergarten, die es ganz furchtbar fand, dass unser armes Mädchen «imfall nur eine einzige Barbie!» besass.

Die Barbies haben sich gut bei uns eingelebt. Sie besitzen verschiedene Outfits – eine von ihnen hat sogar ein glitzerndes Meerjungfrauen-Kleid. Die andere trägt mittlerweile einen frechen Kurzhaarschnitt. «Steht ihr viel besser!», findet die Tochter. Die Barbies sind auch sehr unternehmungslustig und begleiten uns gerne auf Ausflüge oder zum Einkaufen. Allerdings kommen die modebewussten Püppchen nicht einfach so mit, sondern müssen sich vorher mindestens einmal umziehen. Zudem gehen sie nie unfrisiert aus dem Haus. Ganz schön mühsam. Etwa so stelle ich mir das Leben mit Teenager-Mädchen vor.

Als ich kürzlich endlich die Baditasche fertig gepackt hatte, war ich deshalb nicht sehr erfreut, dass die langhaarige Barbie auch in die Badi mitkommen wollte. Aber okay: Viel Platz nimmt so ein dünnes Püppchen nicht weg. Also schnell umziehen, frisieren, einpacken und los! «Mooooment», meinte meine Tochter mit erhobener Stopp-Hand, «Barbie hat ja gar kein Badekleid!»

Ich fragte, ob Barbie denn nicht einfach in der Unterhose baden könne. Der empörte Blick  meiner Tochter war mir Antwort genug. Dann erinnerte ich mich an die «soooo mega-schöne» Strand-Barbie mit aufgedruckten Badekleid, die meine Tochter mir kürzlich in der Stadt gezeigt hatte. Zehn Minuten und drei wasserfeste Filzstifte später hatten wir auch eine Barbie mit Badekleid. Und dann gingen wir in die Badi.

Dort angekommen, wurde Barbie erstmal ausgiebig eingecremt und über die Wichtigkeit von Sonnenschutz informiert. Unterdessen cremte ich die Kinder ein. Dann gingen wir ins Wasser – natürlich mit Barbie. Die bekam Schwimmunterricht und wurde intensiv auf den Krebstest vorbereitet.

Dann spendierte ich eine Runde Glace. Barbie wollte keins, denn alle Glaces waren viel zu gross für sie. Und – diese Vermutung behielt ich für mich – so wie die aussieht, ist sie ja wahrscheinlich sowieso dauernd auf Diät. Meine Tochter wollte zu meinem Erstaunen auch keine Glace, dafür aber das Glace-Geld. Und wozu? «Ich spare für Teresa», erklärte sie. Und wissen Sie, wer Teresa ist? So heisst die echte Strand-Barbie. Sie hat braune Haare, trägt ein mintgrünes Badekleid und wird wohl demnächst bei uns einziehen.