Das Bobby-Car-Rennen

Ein Blogpost von Nadia Meier

Bobby-Car

Gibt es in Ihrem Bekanntenkreis Kleinkinder, die kein Bobby-Car besitzen? Also mir kommt spontan keins in den Sinn. Kein Wunder: Seit die roten Autöli mit den gelben Augen vor über 40 Jahren in Deutschland in Produktion gingen, wurden schon mehr als 17 Millionen davon verkauft. Gemäss Hersteller ist das Bobby-Car damit das weltweit meistverkaufte Rutschauto für Kinder.

Und nicht nur Kinder fahren Bobby-Car! Vor allem in Deutschland, aber auch in der Schweiz gibt es Bobby-Car-Rennen auch für Erwachsene. Wagemutige Männer und Frauen rasen auf den Mini-Autos steile Rennstrecken runter. Und das mit bis zu 80 Kilometern pro Stunde! Der Rekord liegt übrigens bei unglaublichen 115 km/h. Und die schnellsten Fahrerinnen und Fahrer schaffen es auf die Bobby-Car-Weltrangliste. Ja, die gibt es wirklich.

Auch meine Kinder hatten bis vor kurzem Bobby-Cars – ein Original und ein Mini-Mini-Cooper. Darauf rutschten sie erst durch die Wohnung, dann über den Sitzplatz und quer durch den Garten – und irgendwann gar nicht mehr. Sie waren zu gross geworden. Aber als ich fragte, ob wir die Bobby-Cars weggeben sollen, schallte mir ein doppeltes «Nein!» entgegen. Die Kinder hingen noch an den roten Autos, auf denen sie so viele Fahrstunden verbracht hatten.

Also haben wir überlegt, wie man die Bobby-Cars gebührend verabschieden könnte. Die Lösung: Ein Bobby-Car-Rennen. Wir haben einige Nachbarskinder zusammengetrommelt und uns an einem Samstag auf dem Schulhausplatz versammelt. Zuerst wurden Startnummern gemalt und ausgeschnitten, während der Rennleiter mit Strassenkreide die Strecke auf den Boden zeichnete. Dann montierten alle Rennfahrerinnen und Rennfahrer ihren Helm, manche auch Knie- und Ellbogenschoner.

Um die Startplätze zu vergeben, gab es zuerst eine Qualifikationsrunde: Jeder Bobby-Car-Pilot fuhr die Strecke einzeln und wir massen die Zeit mit der Stoppuhr. Dann galt es ernst: Alle rutschten zur Startposition. Der Rennleiter an der Startlinie hielt die Käpslipistole in die Luft: Auf die Plätze, bereit, peng! Und los ging das lustige Rennen. Gewonnen hat übrigens nicht das grösste Kind, sondern ein jüngeres Kind mit ausgeklügelter Fahrtechnik.

Ein paar Tage später wurde dann einer unserer Bobby-Cars von seiner neuen Besitzerin abgeholt. Mit strahlenden Augen fuhr das Mädchen davon. Und wir winkten ihr nach. Das andere Autöli brachten wir in eine Kita. Es wurde verabschiedet mit einem zärtlichen Klaps auf die Karosserie: «Tschüss, Bobby!»