Gemeinsam aufräumen: 10 Tipps für schnelle Ordnung im Kinderzimmer

Chaos im Kinderzimmer

Ich mag es ordentlich und aufgeräumt, meine jüngere Tochter liebt das Chaos. Das führt seit mittlerweile fast zwölf Jahren zu Diskussionen. Früher gings um bergeweise Playmobil und Plüschtiere auf dem Boden, heute reden wir über Kleiderberge auf Stühlen und über vor sich hin faulende Znünisäckli. Es ist mir nicht gelungen, meine Jüngere so zu erziehen, dass sie freiwillig und gern aufräumt. Aber wir haben in all den Jahren Wege gefunden, die für eine gewisse Zeit für Ordnung in ihrem Zimmer sorgen.

Das sind meine 10 Aufräum-Tipps:

  1. «Räum auf!» ist als Ansage für ein jüngeres Kind etwa so klar wie «Rette die Welt!» Werden Sie konkret: «Ich möchte, dass du alle Barbies in die Barbie-Kiste verräumst» ist eine klar verständliche Aufgabe – selbst für kleine Kinder.
  2. Mit praktischen Helfern macht das Aufräumen mehr Spass. Zum Beispiel, wenn Ihr Kind mit den Schienen der Holzeisenbahn den Tiger füttern kann. Oder wenn es die Legosteine nicht einzeln zusammenklauben muss, sondern sie in einen Sack zaubern kann.
  3. Wenn Ihr Kind seine Playmobil-Traumstadt aufgestellt hat, soll die eine Weile stehen bleiben können. Mein Mann hat dafür einen kleinen Spieltisch gezimmert und vier kurze Holzlatten unter eine Tischplatte geschraubt, gerade so hoch, dass man darunter staubsaugen kann. Kostet fast nichts und ist extrem praktisch.
  4. Ordnung kann nur dort herrschen, wo genügend Platz ist. Sortieren Sie die Spielsachen regelmässig aus, vor Weihnachten, vor dem Geburtstag oder wenn der Kinderflohmarkt ansteht. Für etwas Neues muss etwas Altes weichen. Wenn der Trennungsschmerz zu gross ist, dann verstauen Sie den Gegenstand für drei Monate im Keller. Wird er nicht vermisst, kann er definitiv weg.
  5. Vereinbaren Sie einen Zeitpunkt zum Aufräumen. Zum Beispiel vor dem Abendessen oder vor dem Zubettgehen. Erinnern Sie Ihr Kind frühzeitig daran. Legen Sie fest, was aufgeräumt werden soll. Zum Beispiel: «Die Bücher müssen zurück ins Regal und lose Legosteine in die Kiste, der hohe Legoturm darf aber stehen bleiben.»
  6. Ganz Geduldige machen aus dem Aufräumen ein Spiel. Erfinden Sie eine Geschichte, in der die herumliegenden Spielsachen vorkommen. Sobald Ihr Kind einen Gegenstand hört, muss es ihn schnell am richtigen Platz versorgen. Oder Sie würfeln abwechselnd mit Ihrem Kind und jeder muss die gewürfelte Anzahl Dinge versorgen.
  7. Sorgen Sie für möglichst viel Stauraum im Kinderzimmer. Nutzen Sie den Platz unterm Bett für grosse Spielzeug-Schubladen. Ein liegendes Regal wird mit ein paar Kissen zur Sitzbank, in die Sie mehrere Kisten schieben können.
  8. Für getragene Kleider, die man nochmals anziehen kann, brauchen Sie Haken an der Wand oder einen Sitzwürfel als Ablagefläche. Im ersten Schuljahr hat meine Tochter ihre Garderobe mehrmals täglich gewechselt und alles auf ihren Stuhl geworfen. Und es würde sie bis heute nicht stören, für die Ufzgi auf einen 30 Zentimeter hohen Kleiderberg zu klettern.
  9. Seien Sie erbarmungslos mit Gerümpel. Es gibt Dinge, die diskussionslos in den Müll gehören: ausgetrocknete Filzstifte, kaputte Bücher, Gratisspielzeug aus Fast-Food-Läden, von Sammelaktionen oder aus Heftli.
  10. Aufräumen gehört zum Leben wie die Zähne zu putzen und zur Schule zu gehen. Es ist keine Tätigkeit, die jedes Mal nach einer Belohnung schreit. Ein Anreiz wie «Wenn du jetzt zügig aufräumst, darfst du danach deine Lieblingssendung schauen» kann aber durchaus helfen.

PS: Eine Studie unter 8000 Kleinkindern im Alter von drei bis vier Jahren hat ergeben, dass Kinder, die in einem Zuhause leben, in dem Ordnung herrscht, intelligenter sind als Kinder, die im Chaos erzogen werden.