Backen aus der Box: Das Kinderfood-Buffet

Ein Blogpost von Nicole Simmen

Buffet

Meine Tochter backt gerne. Aber nicht mit meinem öden Wallholz oder dem lauten Handmixer. Sie will von allem die Kinderversion. Bunt, klein und unpraktisch sollen die Geräte und Hilfsmittel sein. Jedes Mal, wenn wir eine Spielwaren-Abteilung betreten, steuert sie auf Schachteln zu, mit denen sie Cupcakes backen kann, Bonbons herstellen, Monster-Cocktails mixen oder Schoggifiguren giessen. Diesmal gebe ich nach: wir probieren die Dinger aus. Betonung auf «wir». Denn eines wird mir schnell klar: Wenn ich meine 10-jährige Tochter damit alleine lasse, wird’s ungeniessbar. Oder gefährlich.

Egal, welche DIY-Food-Schachtel Sie kaufen: Lesen Sie auf dem Beipackzettel nach, was Sie an Zutaten einkaufen müssen. Sonst ist der Frust gross, wenn Ihr Kind zuhause loslegen will und die Hälfte fehlt. Für ausnahmslos alle Rezepte mussten wir noch Zusätzliches besorgen; Schoggi, Glukosesirup, Fruchtsaft oder Butter.

Schoggiformen und Schleckstengel giessen ist keine grosse Hexerei. Wir haben dazu die Silikon-Formen aus der «So cook»-Serie gekauft. Schoggi schmelzen, einfüllen und abkühlen lassen. Achtung bei den Schleckstengeln: Man muss Zucker zu Sirup einkochen, der wird extrem heiss und klebrig. Diese Pfanne gehört in die Hände von Erwachsenen. Und wenn Sie den farbigen Zuckersirup nicht ganz schnell aus der Pfanne waschen, wird er zu buntem Beton. Nach zwei Stunden sind auch die Lutscher fertig getrocknet.

Der «Bonbons-Kiosk» gleicht einem Chemie-Labor. Hier werden grammweise Gelierpülverchen und tröpfchenweise Farben mit ein paar Krümelchen Zitronensäure vermischt. Auch das geht nicht ganz ohne Hilfe. Beim Einfüllen in die winzigen Förmchen brauchts eine ruhige Hand. Die Bonbons werden am Ende nicht hart, sondern bleiben weich wie Gummibärchen, geschmacklich sind sie okay.

Zum Schluss die «Cupcakes und Whoopies»-Schachtel. In ihr verbergen sich eine Deko-Spritze, Ausstecher, Modellierhilfen, Förmchen und ein Kuchenständer. Die Rezepte in der Anleitung funktionieren. Aber meine Tochter interessiert sich vielmehr fürs Verzieren. Für die Whoopies sticht sie aus dem abgekühlten Biscuit Kreise aus, stapelt immer zwei aufeinander und schmiert Nutellamasse dazwischen. Dafür hätten wir eigentlich keine Schachtel kaufen müssen, meine Spitzbubenförmchen und ein Spritzsack hätten denselben Effekt erzielt. Aber meine Tochter ist natürlich anderer Meinung: Mit meinen Utensilien kann man keine Whoopies machen. Ich lasse sie in dem Glauben und meissle die restliche Schleckstengel-Masse aus der Pfanne.