Robocop-Barbie und Ganovenliebe

Ein Blogpost von Stefan Milius

Robocop Barbie

Kleiden Sie Ihr kleines Mädchen bewusst in Grau-, Schwarz- und Ockertöne? Da sind Sie keine Ausnahme. Zur Farbe Rosarot zu greifen, nur weil das Kind zufällig kein Schnäbi hat, gilt als vorgestrig. Bloss keine Geschlechter-Stereotype! Die Frage «Ist es ein Mädchen oder ein Junge?» beantworten moderne Eltern mit «Das soll es mit 18 selbst entscheiden.»

Nützen tut der Süssfarben-Boykott allerdings gar nichts. Mädchen haben Rosa nämlich in den Genen. Genau so sinnlos ist es, dem Buben statt der Spielzeugpistole ein Plastikvögelchen zu überreichen, mit dem man Wasser spritzen kann. Er wird es zunächst verständnislos mustern und dann als Wurfgeschoss einsetzen, um Kevin im Nachbargarten den Tarif durchzugeben.

Erzieherisch in den Gen-Pool einzugreifen, ist völlig sinnlos. Sie können gerne die Probe aufs Exempel machen, falls Sie über ein gemischtes Pärchen verfügen. Packen Sie vor den nächsten Ferien eine Barbie und das Polizei-Set von Playmobil als Spielzeug ein. Erklären Sie dem überrumpelten Nachwuchs, dass ER exklusiv mit der Barbie zu spielen hat, während SIE Räuber und Poli inszenieren muss. Ha! Damit werden Sie doch sicher Ihren Kindern den Weg zu einer von typischen Geschlechterrollen befreiten Zukunft ebnen!

Oder auch nicht. Der Junge wird die Barbie rasieren, auseinandernehmen und in Transformers-Manier zu einem Robocop-Terminator-Verschnitt zusammenbauen. Das Mädchen wird eine zauberhafte Lovestory zwischen der Polizistin und dem Ganoven (der natürlich einen weichen Kern hat) kreieren. Die Polizistin gibt umgehend ihren Beruf auf, um sich ganz der Mutterrolle zu widmen. Das Polizeiauto schenkt das Mädchen ihrem Bruder, damit das neu geschaffene Barbie-Monster nicht zu Fuss gehen muss.

Was Sie daraus lernen können? Versuchen Sie nicht, Mutter Natur zu spielen. Kaufen Sie sich besser ein cooles Brettspiel. Dort gewinnen Sie vielleicht hin und wieder.