Verzweifelte Suche nach den Monstern

Ein Blogpost von Stefan Milius

Spiele-Klassiker

Es gibt Spiele, die Preise abräumen und für eine kurze Zeit die Massen begeistern – und dann gehen sie vergessen. Andere Spiele wiederum halten sich jahrzehntelang. Meine Kinder werden ihren Kindern an verregneten Sonntagen wohl immer noch eine Runde «Eile mit Weile» vorschlagen. Und meine Enkel werden mit ihren Urenkeln gern bei «Monopoly» um Grundstücke feilschen. Denn beide Spiele sind Klassiker.

Aber was unterscheidet sie und andere von kurzlebigen Erfolgsspielen? Der erste Grund: Die beiden Spiele funktionieren. Es ist ein Kunststück, eine Spielidee zu entwickeln, die für ganz unterschiedliche Leute eine magische Dynamik entwickelt, Spannung aufbaut und eine perfekte Balance zwischen Frust und Erfolgserlebnis erreicht. Und zweitens: Das Spielprinzip ist nicht an die Aktualität angelehnt, sondern zeitlos. Sowohl bei «Eile mit Weile» als auch bei «Monopoly» geht es darum, schneller oder erfolgreicher zu sein als der andere und ihm auf diesem Weg übel mitzuspielen. Das klingt vielleicht nicht nett, aber es liegt wohl einfach in unseren Genen. Und zwar seit Beginn der Menschheit.

Aber warum erreichen umgekehrt gewisse Spiele keinen Klassiker-Status, obwohl sie das Zeug dazu hätten?

Bekannte von mir haben vor kurzem für ein Weihnachtsgeschenk nach einer Kindheitserinnerung gesucht, einem Brettspiel namens «Monster Mix». Es wurde in den 80er-Jahren vom Spiele-Giganten Parker kreiert. Heute findet man es nur noch auf Online-Auktionsplattformen oder Flohmärkten – und man muss für ein komplettes Exemplar viel Geld hinblättern.

Dabei ist das Spiel wirklich der Hammer: Ein kleines (batteriefreies!) Mix-Gerät spuckt nach Zufallsprinzip eines von insgesamt 27 Monster-Motiven aus. Die Karten mit allen Motiven liegen auf dem Tisch, und die Spieler müssen versuchen, sich das gezeigte Monster mit dem Saugnapf-Fänger zu krallen – vor den anderen Spielern. Da ist genaues Hinschauen gefragt.

«Monster Mix» ist ein hektischer Spielspass ab 5 Jahren, bei dem Motorik und Sensorik gefordert werden. Die Redaktion von www.spieletest.at gibt dem Spiel 9 von 10 Punkten und schreibt: «Absolut empfehlenswert, wirklich toll.» Neu aufgelegt wurde das Spiel bis heute dennoch nie, war also offenbar kein Kassenschlager. Vielleicht braucht es für einen Klassiker eben nicht nur Qualität, sondern auch ein bisschen Glück …

Zehn Spiele-Klassiker

Eine durch und durch subjektive Liste von (Brett-)Spielen, die aus unserer Sicht in keinem Haushalt fehlen sollten:

  • Monopoly
  • Trivial Pursuit
  • Spiel des Lebens
  • Das verrückte Labyrinth
  • Spielsammlung aus Eile mit Weile, Halma, Mühle usw.
  • Scotland Yard
  • Cluedo
  • Mikado
  • Scrabble
  • Risiko