Wenn die Köpfe rauchen: Logik-Spiele im Test

Ein Blogpost von Nicole Simmen

Metall-Knobelei
Spiele

Meine Kinder sind 10 und 12 Jahre alt und beim Spielen mittlerweile ernstzunehmende Gegner. Vorbei sind die Zeiten, in denen man sie schonen musste, weil sie sonst heulend vom Tisch gerannt wären. Im Gegenteil: Manchmal sind sie schlichtweg besser als wir Erwachsenen. Bei Logik- und Denksport-Spielen zum Beispiel.

Die kniffligen Knobeleien sind für Kinder und Erwachsene gleichermassen herausfordernd. Weil man dafür räumliches Denkvermögen und eine gute Kombinationsgabe braucht. Die Challenge ist lanciert: Die Kinder und ich spielen jeder für sich sechs Logik- und Denksport-Spiele. Wer löst die Aufgaben am schnellsten?

Schnelle Finger: Der Flex-Puzzler
Die 12 Würfel sind mit einer dehnbaren Schnur verbunden und lassen sich in alle Richtungen knicken. Aus dieser bunten Reihe soll man 80 verschiedene Figuren formen, zwei- und dreidimensionale. Meine Kinder lösen die ersten 30 Aufgaben zügig, genauso wie ich auch. Der Flex-Puzzler macht Spass, weil man Erfolgserlebnisse hat. Dann werden die Figuren komplizierter. Gegen das räumliche Denken meiner älteren Tochter habe ich keine Chance: Sie lässt mich auf der Zielgeraden stehen.

Coole Kugel: Der Cosmo
Der Cosmo funktioniert ähnlich wie der Rubiks Magic Würfel, ist aber weniger anspruchsvoll. Die 12 Kugeln lassen sich nach innen drücken und einzeln verschieben. Am Ende muss jede Kugel im farblich passenden Ring stecken. Für dieses Spiel braucht man eine gute Kombinationsgabe, Glück und ein bisschen Kraft in den Fingern. Meine jüngere Tochter gab nach zwei Spielen Forfait, weil ihr die Finger wehtaten. Meine Grosse und ich haben uns ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert, am Ende stand es unentschieden.

Für Zauberer: Die Metallknobelei
Bei diesem Knobelspiel muss man verschiedene, in sich verschlungene Metallfiguren voneinander lösen. Was auf den ersten Blick unmöglich scheint, funktioniert mit der richtigen Bewegung wie von Zauberhand. Wer genug Ausdauer und Glück hat, löst das Rätsel nicht selten durch eine zufällige Bewegung. Nur kann man die Lösung dann nicht mehr nachvollzie-hen. Das Spiel eignet sich für Zauberer, die ihr Publikum verblüffen wollen, aber nicht für Leute, die Denksport- und Logikspiele mögen.

Der Klassiker: Moving Puzzle
Dieses Knobel-Quadrat hat mich schon als Kind zur Weissglut gebracht: Wenn ich alle Zahlen am richtigen Ort hatte, waren garantiert die letzten zwei noch vertauscht. Entweder musste ich von vorne beginnen oder aber die Täfelchen mit brachialer Gewalt aus dem Rahmen reissen und in der richtigen Reihenfolge wieder hineindrücken. Was ich natürlich nur im äussersten Notfall gemacht habe. Ein bisschen erwachsene Weitsicht hilft bei diesem Spiel. Oder hat mich am Ende mein Kindheitstrauma so angestachelt? Diesmal habe ich die Kinder abgehängt.

Zum Haare raufen: Logikus Puzzler
Dieses Spiel treibt mich mehr in den Wahnsinn als alle andern. 12 unterschiedliche Spielsteine müssen passend wie ein Puzzle gelegt werden. Als Spielfläche oder als 3D-Pyramide. Dieser Knobelkrimi hat 101 Ausgangslagen, für Einsteiger genauso wie für Profis. Oft liegt am Ende nur ein einziges Kügelchen im Weg und man muss wieder von vorne beginnen. Meine Kinder haben beim Logikus Puzzler einen entscheidenden Vorteil: Sie haben das Spiel schon seit Jahren. Und ich muss feststellen: Es gibt Dinge, die verlernen sie nie. Autsch.

Völlig verloren: Temple-Trap
Bei diesem Escape-Spiel muss man die Mauern so lange verschieben, bis die Spielfigur das Labyrinth verlassen kann, ohne vom Krokodil gefressen zu werden. Es warten 46 Aufträge in verschiedenen Schwierigkeitsstufen. Die einfachen sind ideal zum Aufwärmen, aber schon bei den mittelschweren wird es knifflig. Ich musste zwischendurch im Lösungsteil spicken, sonst sässe mein Tempelritter noch bis alle Ewigkeit im Labyrinth. Deshalb wurde ich von meinen Gegnern einstimmig disqualifiziert.

Alle gespielten Denk- und Logikspiele kosten zwischen 5.95 und 19.95 CHF.

Nicole Simmen